ProNATs e.V. Verein zur Unterstützung arbeitender Kinder und Jugendlicher

Privilegierte Kinder?

4) Sind in den Kinderbewegungen nicht bloß Kinder organisiert, denen es ohnehin nicht so schlecht geht mit ihrer Arbeit?

Diese Frage wird gerne von großen internationalen Organisationen gestellt, um die Bewegungen arbeitender Kinder von vornherein zu disqualifizieren.

In den Kinderbewegungen sind Kinder organisiert, die unter sehr unterschiedlichen Bedingungen arbeiten: einige arbeiten z.B. wenige Stunden pro Tag in selbstbestimmten Kollektiven, andere arbeiten auf Müllkippen, auf dem Feld oder im Haushalt. Wiederum andere müssen mithilfe illegaler Geschäfte und Drogenhandel ihr Überleben bestreiten und nachts auf der Straße schlafen. Nahezu alle dieser Kinder leben in materieller Armut.

Allerdings haben Kinder, die unter schlechteren Bedingungen arbeiten, tatsächlich weniger Zeit, Energie und (soziale wie materielle) Ressourcen, um sich in einer Kinderbewegung zu engagieren.

Hierzu haben sich die Kinderbewegungen vieles einfallen lassen: Sie bieten für manche Aktivitäten einen Einkommensersatz in Höhe des ausgefallenen Einkommens an, sie führen eine gemeinsame Kasse, um Kinder in Notsituationen auszuhelfen, oder sie versuchen, Kindern, die unter Ausbeutung leiden, alternative Beschäftigungsmöglichkeiten zu besorgen. Außerdem sei betont, dass „besser gestellte Kinder“ auch für ihre „schlechter gestellten Altersgenossen“ eintreten.

Aktualisiert: 04.07.2010